Die Ausstellung

Wahrzeichen und Blickfang der Ausstellung "Lebens(um)wege?" auf einer Fläche von mehr als 200 m2 ist der Suchtbaum.

Äste und Zweige zeigen etwa 140 Beispiele von Suchtmitteln und Verhaltensweisen, die zu einer Abhängigkeit führen können.

Alles was der Mensch gebraucht, kann auch missbraucht werden!
Suchtbaum
Zu finden sind Beispiele, die stoffgebunden sind, z.B. Alkohol-, Nikotin-, Medikamenten- oder Drogensucht,
als auch solche, die verhaltensbedingt sind,
z.B. Spielsucht, Essstörungen, Eifersucht oder Internetabhängigkeit.

Nicht die Droge ist es, die süchtig macht,
sondern der Umgang des Menschen mit ihr.

  • Der Besuchsablauf, jederzeit und kostenfrei - nach Terminabsprache für Einzelpersonen und Gruppen bis zu etwa 30 Personen.
  • Einführendes Gespräch über das Thema Sucht und seine vielfältigen Möglichkeiten, denn alles was der Mensch gebraucht, kann er auch missbrauchen.
  • Erläuterung zu den einzelnen Stationen der Ausstellung und Empfehlungen zu der Besichtigung.
  • Erkunden der Stationen der Ausstellung, immer mit der Möglichkeit, anwesende Begleitpersonen anzusprechen oder Fragen zu stellen.
  • Abschließend findet ein Gespräch über Eindrücke und Gefühle statt, die die Ausstellung hervorgerufen haben und bis dahin offene Fragen werden gerne beantwortet. Auch bleibt niemand bei entsprechendem Wunsch ohne persönliches Gespräch.
  • Es muss bei Gruppenbesuchen mit einem Zeitaufwand von 1,5 bis 2 Stunden gerechnet werden!

Fragen zur Sucht

In einem Wandelgang treffen die Besucher auf sechs mit Vorhängen abgetrennte Räume, in denen grundlegende Fragen zum Thema Sucht beantwortet werden: Was ist Sucht? Kann jeder süchtig werden? Gibt es harmlose Süchte? Ab wann bin ich süchtig? Was ist das Gefährliche an Sucht? Kann man Sucht verhindern? Es geht um Sensibilisierung für die Krankheit. Um zu vermitteln, was Sucht ist, wird die Aufmerksamkeit vor allem auf die psychische Abhängigkeit gerichtet.
Fragen zur Sucht

Was macht Sucht mit Menschen?

Sucht verändert die Menschen. Die Krankheit bestimmt das Denken, Handeln und Fühlen. Sie durchdringt alle Lebensbereiche. Wer suchtkrank ist, leidet unter typischen Merkmalen: Gute Vorsätze, Aggressivität, Bagatellisierung, Selbstmitleid, Verwirrung, Scham, Reizbarkeit, Verleugnung, Schwarzsehen, Flucht, Einsamkeit, Abwehr, Tunnelblick, Unehrlichkeit, Verlust der Werte, Verlust der Gefühle. Anhand von überlebensgroßen Standfiguren mit vielen Erfahrungstexten lernen die Besucher Empfindungen und Verhaltensweisen kennen, die kein Süchtiger auf der Suche nach einem besseren Leben haben wollte.

Suchtwege – Auswege

Niemand fasst den Entschluss, süchtig zu werden. Eine begehbare, immer enger werdende Spirale macht den schleichenden Weg in die Abhängigkeit erlebbar, bis hin zum Tiefpunkt und Entzug. Erst wenn Süchtige ihre Krankheit annehmen, selbst die Bereitschaft haben, aufzuhören und sich Hilfe zu holen, wendet sich die Spirale nach außen und öffnet sich wieder. Schritt für Schritt, mit Hilfe von Therapie, Selbsthilfegruppen, Einhaltung bestimmter Regeln und viel Geduld, kann die unheilbare Krankheit Sucht zum Stillstand gebracht werden und eine neue, positive Lebensqualität beginnen.

Die Sucht hinter der Sucht

Sucht hinter der Sucht
Sucht hinter der Sucht
Die Welt der Süchtigen dreht sich um seine Sucht. Die Welt des Angehörigen dreht sich um den Süchtigen. An einem Objekt können die Besucher diesen Teufelskreis in Bewegung setzen. Auf der einen Seite der Station geht es um die krankmachenden und typischen Verhaltensmuster der so genannten Co-Abhängigkeit, um die vielen, gut gemeinten Fehler. Auf der anderen Seite finden Besucher Möglichkeiten, aus diesem Kreislauf auszusteigen.

Suchtverlagerung und Mehrfachsucht

Oft sind Süchtige nicht nur von einer Sucht abhängig. Die Wenigsten sind nur Alkoholiker, nur Spieler, nur Drogenabhängige. Viele Süchtige leben mehrere Süchte aus und verlagern ihre Krankheit von einer Sucht auf eine andere. Mehrfachsucht und Suchtverlagerung sind zwei unauffällige Spielarten von Sucht. Die Betroffenen merken oft nicht, dass sich süchtig sind. Sie klagen über Ängste, Erschöpfungszustände, Depressionen, Probleme in allen Lebenslagen.
Die zugrunde liegende Suchterkrankung wird selten erkannt, die Probleme bleiben ungelöst. Ein großes Mobile veranschaulicht diese Dynamik.
Suchtverlagerung